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Hepatitis Contagiosa Canis

Hepatitis contagiosa canis (ansteckende Leberentzündung)

Die Hepatitis beim Hund, auch ansteckende Leberentzündung genannt, ist eine Infektionskrankheit, die durch das Canine Adenovirus-1 (CAV-1) hervorgerufen wird. Sie tritt heute nur noch relativ selten akut als plötzliche Leberentzündung auf. Allerdings ist es möglich, dass das CAV-1 auch die chronische Hepatitis, also eine dauerhafte Leberentzündung, mit verursacht.

Die ansteckende Leberentzündung beim Hund kann sehr unterschiedlich verlaufen. Bei einem Großteil der Hunde treten keine Beschwerden auf. Sie entwickeln aber Antikörper, die sie das ganze Leben vor einer erneuten Infektion schützen.

Falls Symptome auftreten, ruft die ansteckende Leberentzündung bei Hunden vor allem eine akute Leberentzündung (Hepatitis) mit Fieber, Erbrechen, Durchfall und Gelbsucht (Ikterus) hervor. Die Hepatitis contagiosa canis beim Hund kann auch chronisch verlaufen, wenn nicht ausreichend Antikörper gegen das Canine Adenovirus-1 vorhanden sind. Dann überdauern die Viren in den Nieren und der Leber des Hundes und rufen dort eine chronische Leberentzündung hervor.

Die Diagnose der ansteckenden Leberentzündung beim Hund ist oft nicht eindeutig möglich. Es gibt keine ursächliche Therapie. Die Behandlung konzentriert sich daher darauf, die Symptome zu lindern und Komplikationen zu verhindern.

Ursachen:

Die ansteckende Leberentzündung beim Hund (Hepatitis contagiosa canis) wird durch das Canine Adenovirus-1 (CAV-1) hervorgerufen. Der Hund steckt sich über Urin, Kot und Körpersekrete von anderen infizierten Hunden an. Bis zu einem Jahr nach einer überstandenen Leberentzündung kann das Virus noch über den Urin als Hauptinfektionsquelle ausgeschieden werden.

Symptome:

Die ansteckende Leberentzündung beim Hund (Hepatitis contagiosa canis) kann sehr unterschiedlich verlaufen. Die meisten Hunde, die sich mit dem Caninen Adenovirus-1 angesteckt haben, zeigen keine Symptome einer Erkrankung und bilden unbemerkt Antikörper gegen das CAV-1.

Ruft die ansteckende Leberentzündung beim Hund Beschwerden hervor, treten diese innerhalb von etwa zwei bis fünf Tagen, nachdem sich der Hund angesteckt hat, auf. Verläuft die ansteckende Leberentzündung beim Hund akut – treten die Symptome also sehr plötzlich und nur vorübergehend auf – zeigt sich vor allem eine akute Leberentzündung (Hepatitis) mit Beschwerden wie Fieber, Teilnahmslosigkeit, Erbrechen und Durchfall beim Hund. Außerdem sind die Leber und Milz des Hundes vergrößert. Teilweise zeigen sich Wassereinlagerungen (Ödeme) am Kopf, Hals und im unteren Brustbereich. Auch Blutungen der Haut und der Schleimhäute sind möglich.

Verläuft die ansteckende Leberentzündung beim Hund milder, treten Fieber, Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen auf. Außerdem entzünden sich häufig die Augen des Hundes. Einige Tage bis zu drei Wochen nach den anderen Symptomen entwickeln manche Hunde eine Wassereinlagerung in der Hornhaut des Auges (Hornhaut-Ödem). Dadurch erscheint das Auge trüb und blau-grau (blue eye). Das Hornhaut-Ödem heilt in der Regel nach etwa ein bis zwei Wochen wieder ab.

Vor allem bei jungen Hunden, die nicht gegen das CAV-1 geimpft sind, verläuft die ansteckende Leberentzündung teilweise sehr heftig und führt manchmal innerhalb weniger Stunden zum Tod. Da vorher außer Blutungen keine Symptome auftreten, wird in diesen Fällen oft fälschlich eine Vergiftung angenommen.

Besitzt der Hund nicht ausreichend Antikörper, um das Canine Adenovirus-1 vollständig zu beseitigen, kann die ansteckende Leberentzündung beim Hund auch chronisch verlaufen – die Beschwerden dauern dann an. Es entsteht eine andauernde Leberentzündung, in deren Folge die Leber vernarbt (Leberfibrose und Leberzirrhose). Dadurch ist die Leber weniger leistungsfähig; der Hund entwickelt eine Gelbsucht (Ikterus) und eine Bauchwassersucht (Aszites).

Diagnose:

Bei der ansteckenden Leberentzündung (Hepatitis contagiosa canis) beim Hund zeigen sich bereits ab dem zweiten Tag nach der Ansteckung Veränderungen bei der Blutuntersuchung; zum Beispiel ist die Anzahl der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen vermindert (Leukopenie und Thrombozytopenie). Häufig sind die sogenannten Leberenzyme stark erhöht. Diese Werte können allerdings auch bei anderen Erkrankungen verändert sein und weisen daher nicht eindeutig auf die ansteckende Leberentzündung hin.

Das Canine Adenovirus-1 ist im Nasensekret, Blut und Urin des Hundes nachweisbar. Der Tierarzt erkennt außerdem an Gewebeproben aus der Leber (Biopsie) typische Veränderungen, die auf die ansteckende Leberentzündung beim Hund hindeuten.

Im Blut von Hunden mit ansteckender Leberentzündung lassen sich die Antikörper gegen CAV-1 nachweisen. Allerdings finden sich Antikörper auch bei geimpften Hunden und Tieren, die bereits eine Erkrankung ohne Symptome überstanden haben. Daher ist der Antikörper-Nachweis allein nicht geeignet, um die ansteckende Leberentzündung beim Hund festzustellen.

Oft stellt der Tierarzt die ansteckende Leberentzündung beim Hund erst nach dem Tod anhand von Gewebeschnitten der Nieren und der Leber fest, insbesondere wenn die Ansteckung mit CAV-1 keine Beschwerden hervorruft.

Behandlung:

Die ansteckende Leberentzündung (Hepatitis contagiosa canis) beim Hund kann nicht ursächlich behandelt werden. Die Behandlung konzentriert sich daher darauf, die Symptome zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Der Hund bekommt in der Regel vom Tierarzt Infusionen, um sicherzustellen, dass er ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte erhält.

Prognose:

Die Prognose für einen Hund mit ansteckender Leberentzündung (Hepatitis contagiosa canis) hängt stark davon ab, wie schwer die Erkrankung verläuft. Treten akute Symptome auf, überlebt ungefähr die Hälfte der betroffenen Hunde. Schwere Verläufe enden allerdings fast immer tödlich. Durch die vorbeugende Impfung gegen die Hepatitis contagiosa canis kommt die ansteckende Leberentzündung beim Hund inzwischen aber nur noch sehr selten vor.

Prophylaxe:

Es gibt eine Impfung, mit der sich der ansteckenden Leberentzündung beim Hund vorbeugen lässt. Die Impfung schützt außerdem vor einer Infektion mit dem Caninen Adenovirus-2, das den Zwingerhusten beim Hund  hervorruft. Bei erwachsenen Hunden ist es ratsam, die Impfung alle drei Jahre beim Tierarzt aufzufrischen. Dies ist wichtig, weil besonders bei Hunden mit nicht auseichendem Impfschutz die Möglichkeit besteht, dass die ansteckende Leberentzündung eine andauernde Leberentzündung (chronische Hepatitis) hervorruft.

Hunde, die bereits einmal mit dem Caninen Adenovirus-1 infiziert waren und keine Symptome gezeigt haben, sind durch Antikörper vor einer erneuten Ansteckung geschützt. Hündinnen geben etwa ein Fünftel ihrer Antikörper an die ungeborenen Welpen weiter. Auch die erste Muttermilch nach der Geburt (Kolostrum) enthält viele Antikörper. Sie schützen die Welpen aber nur etwa acht bis neun Tage; ab der zweiten Lebenswoche können sich die Hundewelpen daher wieder mit dem CAV-1 anstecken. Deshalb ist es wichtig, die Hunde frühzeitig zu impfen.

Die ansteckende Leberentzündung beim Hund kann sehr schwer verlaufen. Da die Hepatitis contagiosa canis auch tödlich enden oder dauerhafte (chronische) Beschwerden hervorrufen kann, ist es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen, wenn der Hund Anzeichen der ansteckenden Leberentzündung zeigt.

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