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Blutohr

Blutohr (Othämatom, Hämatoma auriculare)

Als Blutohr bezeichnet man eine Anschwellung des Ohres, die durch einen Bluterguss zwischen Ohrmuschelhaut oder Knorpelhaut und dem Knorpelgerüst der Ohrmuschel verursacht wird. Der Begriff wird hauptsächlich in der Tiermedizin verwendet.

Blutergüsse heilen an anderen Körperstellen meist von alleine vollständig ab, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Am Ohr ist es etwas anders, denn dort befindet sich kaum Unterhaut- oder Bindegewebe, welches die Blutung stoppen könnte. Das Blut sucht sich daher einen Weg zwischen Ohrknorpel und Haut, eine mehr oder minder große Schwellung entsteht. Wird das Blutohr nicht behandelt, so kann durch bindegewebige Umbildung des Hämatoms eine Deformierung zurückbleiben, umgangssprachlich „Krüppel- oder Blumenkohlohr“ genannt. In den meisten Fällen ist dies lediglich unansehnlich, manche Hunde allerdings sind dadurch eingeschränkt, also leicht behindert.

Ursache:

Der häufigste Auslöser für ein Blutohr ist eine Otitis externa, also eine Ohrenentzündung oder Parasitenbefall. Der damit einhergehende Juckreiz oder möglicherweise auch ein Fremdkörpergefühl im Ohr veranlassen den Hund zu häufigem Kopfschütteln oder vermehrtem Kratzen. Dadurch kann eine Ohrvene platzen, ein Bluterguss entsteht. Ähnliches kann auch bei der Rauferei zweier Hunde passieren oder beim Wälzen oder beim ganz normalen Schütteln. Seltener sind hormonelle Ursachen wie die erhöhte Kapillardurchlässigkeit bei Morbus Cushing.

Behandlung:

Stellen Sie also fest, dass der Hund ein geschwollenes, warmes und schmerzhaftes Ohr hat, sollten Sie den Tierarzt aufsuchen. Bei kleinen noch frischen Othämatomen kann eine konservative Therapie versucht werden, als Hundebesitzer muss man jedoch wissen, dass die Rezidivrate, also die Anzahl der Fälle, in denen das Blutohr nochmals auftritt, sehr hoch ist. Dem Hund wird zunächst ein entzündungshemmendes Mittel gespritzt, zwei Tage später wird dann das Ohr punktiert und das Blut herausgezogen, in den entstanden Leerraum wird ein Medikament eingebracht. Gegebenfalls muss die Behandlung nach einer Woche wiederholt werden. In manchen Fällen kann das Auftragen einer durchblutungsfördernden (hyperämisierend) Salbe (z.B. Hirudoid Gel) die Abheilung unterstützen.
Ein größerer, noch frischer Bluterguss am Ohr kann durch einen Einschnitt eröffnet werden, sollte es erforderlich sein, wird der Tierarzt außerdem eine Drainage legen. Dies ist ein kleiner Plastikschlauch, der die sich im Ohr wieder ansammelnde Flüssigkeit (Blut oder Wundsekret) ablaufen lässt, damit nicht eine erneute Schwellung entsteht. Meist wird dann ein das Ohr komprimierender Verband angelegt.

Größere, bereits länger bestehende Othämatome müssen unter Vollnarkose chirurgisch versorgt werden, man nennt das auch Ausräumung. Der Tierarzt setzt einen länglichen Schnitt über dem Hämatom, massiert dessen Inhalt heraus und spült die Wundhöhle, damit sie frei ist von Fibrin und Blutgerinnseln. Anschließend wird parallel zum Schnittverlauf die Haut am Ohrknorpel festgenäht, was verhindern soll, dass erneut Hohlräume entstehen, in die Blut einlaufen kann. Der Schnittverlauf selber bleibt offen, um Flüssigkeit austreten zu lassen. Manche Tierärzte nähen ein Pad auf das Ohr auf, um durch den entstehenden Druck einer erneuten Blutansammlung entgegenzuwirken, andere legen für die nächsten Tage einen Kopfverband an. Die Fäden verbleiben mindestens 14 Tage, im Regelfall wird der Hund ein Antibiotikum erhalten.

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