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Felines Leukose Virus

Felines Leukose Virus - FeLV / FeSV

Das Leukämie-Virus (FeLV / FeSV) ist die wichtigste infektiöse Viruserkrankung, die heutzutage noch als tödliche Viruskrankheit bei einer Vielzahl unserer Hauskatzen zum Tod führt!

80% der mit dem Leukosevirus infizierten und erkrankten Katzen sterben in einem Zeitraum von drei Jahren.

Erreger:

Es handelt sich um ein Säugetier-Retrovirus des Typs Oncornavirus der Serogruppe C, das eine gewisse Ähnlichkeit zum FIV-Virus der Katze und zum HIV / AIDS-Virus des Menschen aufweist. Retroviren sind Erreger, die ihr eigenes Erbgut, das aus RNS (Ribonukleinsäure) besteht, in einen Strang DNS (Desoxiribonukleinsäure) umschreiben und in das Erbgut der Wirtszelle einfügen können. Auf diese Weise wird die Zelle zur Produktion von Viren genutzt, was diese dann bis zu ihrem Untergang fleißig tut. Eine weitere Eigenschaft des Virus verrät seine Typenbezeichnung "Oncornavirus", welche darauf hinweist, dass dieses Virus in der Lage ist, Tumore zu verursachen, also verantwortlich ist für die Entstehung bestimmter bösartiger Tumore, sprich "Krebs"!

Viren der Serogruppe C produzieren jedoch keine Tumore, sondern nur eine Mutation des Virus. Das FeSV-Virus (Felines Sarkoma Virus) ist oncogen und verursacht Tumore bei der Katze.

Das Virus hatte seinen Ursprung in der Ratte, hat sich aber innerhalb eines sehr langen Zeitraumes an die Katze adaptiert!

Übertragung:

Das Leukämievirus wird über den Speichel und die Tränenflüssigkeit infizierter Tiere ausgeschieden. Auch Exkremente, wie Urin und Fäkalien, können Viren enthalten und als Ansteckungsquelle für gesunde Katzen in Frage kommen. Direkter intensiver Kontakt zwischen zwei Katzen, vor allem während Revierkämpfen, bildet die Hauptansteckungsquelle. Die Ansteckung der Katzenwelpen kann über die Plazenta (Mutterkuchen) erfolgen. Auch der indirekte Kontakt durch Ausscheidungen birgt die Gefahr einer Infektion mit dem Virus in sich. Das Virus ist jedoch ziemlich empfindlich gegen Hitze, Sonneneinstrahlung und Austrocknung, so dass es schnell unschädlich gemacht wird.

Krankheit:

Die Infektionserreger gelangen beispielsweise in das Verdauungssystem der Katze. Von hier gelangen sie zu den örtlichen Lymphdrüsen, in denen das Virus mit seiner Vermehrung beginnt. Es folgt eine Ruhephase in denen das Virus in den Lymphdrüsen verweilt oder gleich in eine virämische Phase übergeht, in der das Virus über die Blutbahn die verschiedenen Organe des Körpers befällt.

Es gibt eine große Vielzahl an Krankheitsbildern, so dass eine Diagnose schwierig ist. Das Virus kann auch für Monate, Jahre, manchmal zeitlebens symptomlos im Organismus der Katze verweilen und dann in einem abwehrschwächenden oder tumorösen Krankheitsbild enden.

Das Krankheitsbild kann wenig spezifisch sein mit Mattigkeit, Appetitverlust, Gewichtsabnahme und Fieberschüben. Durch den Befall des Abwehrsystems (Lymphdrüsen) wird eine Immunschwäche ausgelöst, die Tür und Tor für andere Erreger öffnet. So kann eine Katze eine Schnupfensymptomatik zeigen, wie die links im Bild mit eitrigem Nasenausfluss und tränenden Augen. Es können außerdem Entzündungen des Rachenraumes auftreten und Durchfall. Die weißen Blutkörperchen können vermehrt oder vermindert auftreten. Eine Gelbsucht kann das Krankheitsbild begleiten.

Andere können eine autoimmmun-hämolytische Anämie entwickeln. Das heißt, dass die körpereigenen Abwehrzellen agressiv werden und die roten Blutkörperchen zerstören. Dies führt zu einer Anämie (Blutarmut), die eine noch stärkere Schwächung des Organismus der Katze verursacht. Das Virus kann aber auch im Blut und Knochenmark zur Zerstörung der Blutplättchen (Thrombozyten) führen, was zu kleinen chronischen Blutungen und dadurch auch zur Anämie führt; diese Form ist aber selten. Das Virus kann das Gehirn der Katze angreifen, was möglicherweise Wesensveränderungen, wie z.B. Aggressivität, zur Folge hat.

Diagnose:

Mit der Hilfe von Schnelltests (ELISA) kann der Haustierarzt Leukoseviren im Blut oder im Speichel von Katzen nachweisen. Ein negatives Testergebnis bedeutet nicht, dass die Katze nicht infiziert ist, sondern lediglich, dass zum Zeitpunkt der Untersuchung keine Leukoseviren im Blut oder Speichel der Katze nachgewiesen werden konnten. Sicherer ist auch nicht der Inmunfluoreszenztest von Geweben. Das Ergebnis kann unterschiedlich ausfallen.

Therapie:

Bis zum heutigen Zeitpunkt steht keine Heilung für eine FeLV / FeSV Infektion oder Erkrankung zur Verfügung. Es wurde eine Reihe von antiviralen Stoffen, Chemotherapeutika und anderen Medikamenten erprobt, ohne dabei einen durchbrechenden Erfolg verzeichnen zu können. Es konnte lediglich eine Verlangsamung im Fortschreiten erreicht werden, jedoch keine Heilung. So konnte das Fortschreiten um Wochen, Monate bis zu in einigen Fällen Jahre aufgehalten werden oder der Zustand der erkrankten Tiere verbessert werden. Diese Tiere bleiben trotzdem für gesunde NichtiInfizierte ansteckend!

Prophylaxe / Vorbeugung:

Die Impfung ist auf jeden Fall der beste Schutz, um Ihre Katze vor der Infektion mit dem Leukosevirus FeLV oder FeSV zu schützen. Es stehen gute und recht sichere Impfstoffe zur Verfügung. Die Impfung kann gelegentlich zu leichten Impfreaktionen an der Injektionsstelle führen, die nach ein bis zwei Tagen von selbst verschwinden. Infizierte Katzen können in einer inaktiven oder schwachen Phase des Virus geimpft werden, solange die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist. Der Impfstoff kann dann in den meisten Fällen das Virus kontrollieren, so dass ein Ausbruch der Krankheit vermieden werden kann. Bei Tieren, die beispielsweise von Eltern mit Freigang stammen (Bauernhof), sollte eine Blutuntersuchung vor der ersten Impfung erfolgen.


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