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Isolierter Processus Anconaeus

Isolierter Processus Anconaeus (IPA)

Das Krankheitsbild des IPA (Isolierter Processus Anconaeus) zählt zu den Ellenbogengelenk-Dysplasien. Hierbei finden wir eine Abtrennung des Krümmungsfortsatzes des Ellenbogenhöckers. Es ist nur mit Knorpel am Knochen verbunden und somit an dieser Stelle gegen mechanische Einwirkung geschwächt. Der Processus Anconaeus (PA) kann abreissen. In 30% der Fälle kommt die Erkrankung des Isolierter Processus Anconaeus beidseitig vor. Das abgelöste Processus Anconaeus muss operativ entfernt werden. Eine Verbesserung des Zustandes zeigt sich relativ rasch, wenn der arthrotische Verschleiss noch nicht zu fortgeschritten ist.

Die Erkrankung tritt am häufigsten beim Deutschen Schäferhund auf, andere prädisponierte Rassen sind weitaus seltener betroffen.

Anamnese und klinische Symptomatik

Erste Symptome zeigen sich zwischen dem 4. und 12. Monat als Stützbeinlahmheit, die sich durch Belastung und nach Ruhe verschlechtert. Die sich früh entwickelnde Osteoarthritis führt im frühen Stadium zu intermittierender Lahmheit, die mit zunehmender degenerativer Erkrankung des Gelenks dauerhaft wird. Der IPA tritt sehr häufig (bis 50%) beiderseitig auf. Diese Hunde fallen weniger durch Lahmheit, als vielmehr durch steifen Gang und starke Bewegungsunlust auf. Betroffene Tiere zeigen häufig eine Entlastungshaltung und adduzieren das Gelenk im Stand bei gleichzeitiger Außenrotation der Pfote. Da die Gliedmaße geschont wird, entwickelt sich häufig eine deutliche Muskelatrophie. Je länger die Erkrankung besteht, umso ausgeprägter sind die sekundären Veränderungen.

Diagnostik

Nach der klinischen Untersuchung sollte zur Diagnosesicherung eine röntgenologische Untersuchung des Ellbogengelenks durchgeführt werden.

Therapie

Bei Patienten mit schweren arthrotischen Veränderungen des Gelenkes ist eine konservative Behandlung angezeigt, da durch chirurgische Intervention keine deutliche Besserung des klinischen Bildes zu erwarten ist. Sie ist bei Hunden mit bindegewebig fest verwachsenem Processus anconaeus einem operativen Eingriff ebenfalls vorzuziehen.

Die Tiere sollen restriktiv gefüttert und kontrolliert, aber ausreichend bewegt werden. Zu starke Bewegungseinschränkung führt zu zunehmender Muskelatrophie und sekundär zur Verstärkung der Lahmheit. Ein zentraler Punkt der konservativen Therapie ist die Schmerzbehandlung.

Wird der IPA vor dem Ende der Verknöcherungsphase diagnostiziert (beim Deutschen Schäferhund bis zum 4. Monat, maximal bis zum 6. Monat), gilt die Zugschraubenfixation mit begleitender Ulnaosteotomie als Methode der Wahl.

Ist die Verknöcherungsphase deutlich überschritten, muss der IPA entfernt werden, wenn er nicht fest bindegewebig verwachsen ist. Bislang ist nicht endgültig geklärt, welchen Einfluss die Entfernung des losen Processus anconaeus auf die Gelenkstabilität und das weitere Fortschreiten der Arthrose hat. Ein verstärkter negativer Einfluss (Instabilität, Arthrose) ist fraglich, falls der IPA vor der Operation bereits isoliert oder nur locker mit dem Olekranon verbunden war.

Prognose

Die Prognose des IPA ist, abhängig von bestehenden Sekundärveränderungen und der durchgeführten Behandlung, gut bis schlecht. Hunde mit bindegewebig fest verwachsenem IPA sowie Patienten mit früher Fixation und Ulnaosteotomie haben eine gute Prognose. Bei allen anderen Formen ist die Prognose für eine dauerhafte Lahmheitsfreiheit vorsichtig bis eher schlecht.

Insbesondere bei konservativer Behandlung eines losen IPA ist mit hochgradiger Arthrose und degenerativer Gelenkerkrankung mit entsprechender klinischer Symptomatik zu rechnen.


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